(sg) Über Maßkonfektion sowie die Unterschiede zur Maßschneiderei gibt es ganz unterschiedliche Meinungen. Um etwas für Klarheit zu sorgen, möchten wir Ihnen die Erklärung von Wikipedia hier
darstellen. Diese dokumentiert unserer Meinung nach recht gut, was Maßkonfektion ist:
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Begriff Maßkonfektion setzt sich aus den Worten Maß (von messen) und Konfektion (aus dem
lateinischen confectio) zusammen und beschreibt die kundenindividuelle Massenproduktion (englisch "mass customization") von Bekleidung.
Hintergrund
Bis ins 19. Jahrhundert galt es als selbstverständlich, dass Kleidung in Einzelfertigung hergestellt wurde. Man beauftragte dafür einen Handwerksschneider oder
die gewünschten Kleidungsstücke wurden in familiärer Eigenproduktion hergestellt.
Mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts wurde die lohnintensive, handwerkliche Produktion durch industrielle Fertigungstechniken verdrängt und maschinell ausgerichtete
Konfektionsbetriebe entstanden, die Kleidung in großen Stückzahlen herstellten. Als Basis für die Schnittbilder der Konfektionsbetriebe werden bis heute Maßtabellen verwendet, die auf
Reihenmessungen der Bevölkerung basieren, wobei die Konfektionstabellen zwar regelmäßig aktualisiert werden, die letzten tatsächlichen Messungen aber in den 1950er Jahren stattfanden.
Das Produkt
Die Idee der Maßkonfektion ist es, die individuellen Anforderungen einzelner Nachfrager an ein Produkt mit dem Anspruch in Einklang zu bringen, dieses Produkt zum Preis einer massenhaften
Leistungserstellung anbieten zu können. Der Abnehmer wird dabei in den Prozess der Wertschöpfung so integriert, dass er nicht weiter als anonymer Empfänger, sondern vielmehr als Partner, der am
Design seiner Kleidungsstücke mitwirkt, bezeichnet werden kann.
Dazu werden vom Anbieter der Maßkonfektion bestimmte Variationen in Maßen, Stoffen und Ausstattungen vorgegeben, aus denen der Kunde dann auswählen kann. Je nach dem System des Herstellers ist
die Anzahl der möglichen Auswahlkriterien stark unterschiedlich.Dieser Ansatz setzt eine intensive Kommunikation zwischen Kunden und Hersteller während der Leistungserstellung voraus (Customer
Integration), um bereits vor Beginn der Herstellung die Kundenwünsche komplett erfassen zu können und auch mögliche Unstimmigkeiten zu erkennen.
Die Kundenbedürfnisse hinsichtlich der gewünschten Produkteigenschaften und -maße werden vomMaßkonfektionär erfasst und zur Erstellung des individuellen CAD-Schnittbildes weiterverwertet. Der
anschließende Produktionsprozess ähnelt dem moderner Konfektionsbetriebe und ist stark arbeitsteilig ausgerichtet.
Anbieter
Maßkonfektion wird in Deutschland von einigen wenigen großen und vielen kleinen Anbietern in sehr unterschiedlichen Preis- und Qualitätssegmenten vertrieben, wobei die wenigsten Händler über
eigene Fertigungsunternehmen verfügen. Die Fertigungsunternehmen befinden sich großteils in Europa, nur einige sehr preisaggressive Anbieter lassen in Asien fertigen, was mit wesentlich
längeren Lieferzeiten und oftmals auch mit Qualitätsverlusten verbunden ist.
Der Marktführer im unteren Preissegment Dolzer bietet ausschließlich kundenindividuelle Kleidung an, ebenso bundesweit vertretene Unternehmen Kuhn. Im gehobenen Preissegment bieten z.B.
die Marken Scabal, Zegna oder Regent Maßkonfektion in Ihren Flagstores an. Darüber hinaus gibt es hochwertige Ateliers wie den Frankfurter Stephan Görner oder den Hamburger Marc Anthony, die
ihre Maßkonfektion in einem höheren Preissegment anbieten und in einen exklusiveren Markenauftritt packen.
Bei Karstadt und C&A wurde damit begonnen, die Körpermaße für den Anzug über einen Bodyscanner zu ermitteln. Dieses Verfahren ist in seiner Wirksamkeit aber umstritten, da
Bequemlichkeitsmaße wie Ärmellänge oder Rückenbreite separat abgefragt werden müssen und zudem unnatürliche Haltungen während des Scanvorgangs zu falschen Passformen führen.